10/12 "Einsparpotenziale entdecken und den Warenfluss optimieren", Artikel in meo – Das Wirtschaftsmagazin für Mülheim an der Ruhr, Essen und Oberhausen

An den wichtigen Stellschrauben drehen und Logistikkosten senken

Die Logistikbranche boomt seit Jahren und wächst stetig weiter. Neben reinen Logistikbetrieben kämpft so gut wie jedes Unternehmen aus Produktion und Handel mit einem stets steigenden Aufwand im Bereich Logistik. Die Logistikprozesse und die gesamte Lagerwirtschaft auf Optimierungspotenziale zu prüfen, kann deshalb helfen, effizient Kosten zu sparen. Die wichtigsten Stellschrauben dafür sollten ständig überprüft werden, zum Beispiel in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) oder auch der japanischen Variante Kaizen.

Falls es bei ausfallenden Maschinen oder bei Wartungsmaßnahmen immer wieder zu längeren Stillstands- oder Wartezeiten kommt, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass es sich an dieser Stelle lohnt, die dahinterliegenden Prozesse streng unter die Lupe zu nehmen. Ursachen können zum Beispiel zu hohe Lagerbestände oder Fehlerquoten im Arbeitsprozess sein. Diese Zusatzkosten schaffen keinen Nutzen, sondern sind eine Belastung für die Wertschöpfung. Die Mitarbeiter kennen die Prozesse im Unternehmen am besten. Deshalb sollten sie eng in die Prozessoptimierung einbezogen werden.

Warum führen Unternehmen oft zu hohe Lagerbestände? Meist aus Furcht, im entscheidenden Moment keine Verfügbarkeit gewährleisten und Aufträge nicht termingerecht abwickeln zu können. Eine Möglichkeit, die Lagerbestände zu verringern, ist es, Produkte erst auf Bestellung herzustellen – falls es die Branche erlaubt. Eine andere Möglichkeit ist die Just-in-time-Produktion – die Lagerhaltung wird komplett zu den Lieferanten ausgelagert.

Die Auslagerung der Logistik bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Sie führt beispielsweise zu weniger Kontrolle über die Unternehmensprozesse und unter Umständen auch zum Verlust von wertvollem Knowhow. Vor einer Entscheidung sollte also eine genaue Analyse stehen, ob eine Auslagerung wirklich zu Kosteneinsparungen oder zu Steigerungen der Logistikleistung führt. Wichtig beim Outsourcing sind wasserdichte Verträge und genau abgestimmte Prozesse, damit die neue Zusammenarbeit am Ende auch wirklich reibungslos funktioniert.

Um den neu gewonnenen Spielraum optimal zu nutzen, ist darauf zu achten, nur die vertraglich vereinbarten Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Springt der neue Logistikdienstleister immer wieder als Feuerwehr ein, indem er in kurzer Zeit noch schnell einen weiteren Auftrag übernimmt, verursacht das – so hilfreich es im Einzelfall auch sein mag – oft empfindliche Zusatzkosten. Die notwendigen Warentransporte sollten möglichst gebündelt abgewickelt werden, um die Anzahl der Fahrten zu reduzieren. Hohe Einsparpotenziale werden auch dadurch erreicht, wenn bereits bei der Verpackung der Ware auf eine möglichst optimale Raumausnutzung auf dem Lkw oder im Container geachtet wird.

Der Logistiker sollte möglichst alle Verpackungen wieder zurücknehmen, damit keine zusätzlichen Entsorgungskosten entstehen. Oft ist es auch möglich, auf Verpackungen komplett zu verzichten. Im Sinne der Kosteneffizienz und der Nachhaltigkeit sollten dabei alle Möglichkeiten ausgelotet werden. Grundsätzlich ist der Transport auf der Schiene oder per Schiff deutlich günstiger als auf dem Lkw. Auch die Versicherungskosten für den Versand können reduziert werden, indem der Auftraggeber seine Waren selbst versichert und so auf die teuren Versicherungspauschalen der Logistiker verzichten kann.

Zu guter Letzt lohnt es sich, auch die eigenen Produkte unter die Lupe zu nehmen: Weisen diese Produktmerkmale auf, die dem Kunden keinen echten Nutzen bringen, in der Herstellung aber teuer sind? Ist das Produkt genauso gut verkäuflich, wenn auf diese Merkmale verzichtet wird? Um Lagerbestände und -kosten zu reduzieren, gibt es letztendlich auch die Möglichkeit, auf schlecht laufende Produkte komplett zu verzichten oder diese – falls nicht für alle Produkte möglich – nur auf Bestellung zu produzieren.

Den vollständigen Artikel können Sie als PDF [2,5 MB] herunterladen.