05/11 CeMAT 2011, Messe Hannover

Die Messe selbst stuft sich als "The World’s No.1 for Intralogistics" ein. Vor dem Hintergrund der reinen Fakten wie 1.100 Aussteller auf über 82.000m² klingt das noch nicht einmal nach maßloser Überschätzung. Was hat die CeMAT 2011 darüber hinaus zu bieten?

Wie wichtig diese Messe für Anwender, Hersteller, Dienstleister, Berater und Planer ist, zeigt zum Beispiel diese Tatsache: Viele Unternehmen stimmen den Tag der Veröffentlichung von Neuentwicklungen auf das Datum der CeMAT ab.

 

 

Zu den wichtigsten Themen der diesjährigen Veranstaltung zählen …

Nachhaltigkeit oder "Sustainability" in der IntraLogistik. Während mit dem Begriff "Grünes Logistikkonzept" oder "Green Logistics" bisher eher der Bereich Umweltschutz assoziiert wurde, gehen die Denkansätze und Maßnahmen heute viel weiter. Es geht um den Schutz der Ressourcen der Industrie (Rohstoffe, Arbeitskraft, Geld), um die Steigerung der Effizienz und ganz nebenbei wird der Aspekt der sozialen Verantwortung bedient. Denn wenn Emissionen gesenkt werden und Energie eingespart wird, kommt das allen zugute. Die Aussteller – und letztlich auch das Fachpublikum – legen heute Wert auf Wärmedämmung im Bereich von Toren, Leichtbau ist überall dort ein Thema, wo Massen bewegt werden, neuartige Antriebe benötigen durch intelligente Steuerungen weniger Energie und Batterien lassen sich bei höherer Effizienz schneller laden, einfacher warten und besser kontrollieren. Premiere in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit: Der weltweit erste Stapler mit Hybridantrieb wird auf der Messe vorgestellt.

Automatisierung in der IntraLogistik. Immer mehr Teilbereiche der Prozessketten werden automatisiert. Das steuert zum einen der Verlagerung von arbeitsintensiven Tätigkeiten in Länder mit niedrigerem Lohnniveau entgegen und zum anderen kann es zu einer Qualitätssteigerung führen. Allerdings steht diesen Vorteilen auch das Problem einer Einbuße an Flexibilität gegenüber. Grundsätzlich gilt: Ein gutes System zeichnet sich durch eine gelungene Balance zwischen Automatisierung und Flexibilität aus.

RFID-Sicherheit für Fashion-Logistik. Aus logistischen Prozessen und verpackungstechnischen Abläufen sind Barcode-Technologien nicht mehr wegzudenken. Das Thema RFID hat jedoch – nachdem es anfänglich für überschäumende Euphorie gesorgt hat – nur sehr langsam den Weg in die IntraLogistik und in die verschiedenen Industrien gefunden. Dabei bietet der Einsatz von RFID als eine Form der automatischen Identifizierung (Auto-ID) scheinbar unendlich viele Möglichkeiten. So lassen sich heute ganze Pulks von Waren mittels RFID-Tunnelgates schnell und sicher erfassen, selbst wenn sie sehr stark verdichtet angeordnet sind. Ein Argument, das häufig gegen den Einsatz von RFID spricht, ist der Preis. Hier kommt es auf das Verhältnis zwischen dem Wert der Ware zu den Kosten für den Transponder und dessen Anbringung an. Auch datenschutzrechtliche Bedenken können die Verwendung dieser Technik verhindern. Dass es aber durchaus sinnvolle Gesamtkonzepte gibt, zeigt sich in der Fashion-Logistik. Einige Modelabel sind inzwischen dazu übergegangen, jedes Kleidungsstück per Transponder zu codieren, um darüber effizient und zuverlässig die Logistikkette zu überwachen und Warenbestände zu führen.

Stapler finden sich selbst zurecht. Bisher allerdings nur in der Theorie. So wird auf einem Gemeinschaftsstand ein Modell eines Lagers ausgestellt, bei dem die Stapler flexibel auf die sich ändernden Umgebungsbedingungen reagieren. Und das, ohne den Eingriff in ein Leitsystem. Die Stapler orientieren sich dabei mittels Lichtsignalen und Kameras. Ändert sich beispielsweise die Nachfrage und muss die Lagertechnik neu arrangiert werden, kann sich das Unternehmen mit geringem Aufwand darauf einstellen. Genau diese Situation können Messebesucher am Modell selbst simulieren.

Fachkräftemangel herrscht auch in der IntraLogistik. Und um dem entgegen zu wirken, haben sich einige Unternehmen vorgenommen, mehr Anreiz für den Intralogistik-Nachwuchs zu schaffen. Die Messe bietet hierfür sicher eine gute Plattform. Wo sonst könnte so viel Information und Anschauungsmaterial auf einen Punkt konzentriert angeboten werden. Schüler und Studenten werden gezielt über die Ausstellung geführt und mit potenziellen künftigen Arbeitgebern ins Gespräch gebracht.