Aktuelle Entwicklungen in der IntraLogistik

Vor dem Hintergrund, dass sich erst vor wenigen Jahren der Begriff IntraLogistik und mit ihm eine eigenständige Branche etabliert haben, kann die bisher stattgefundene Entwicklung als rasant bezeichnet werden. Schnell hat man sich von der viel zu allgemeinen Bezeichnung Logistik, unter der man vor allem den Warentransport auf den Straßen verstand, und ebenso von den reinen, eher techniklastigen Ausdrücken Materialflusstechnik, Fördertechnik und Lagertechnik distanziert.
Die IntraLogistik ist heute ein ernst zu nehmender Wirtschaftszweig. So werden komplette Systemlösungen für den innerbetrieblichen Materialfluss angeboten, unter Berücksichtigung der interdisziplinären Warenströme und Informationsströme.

Unter anderem durch die EU-Osterweiterung zeichnet sich ein Trend ab, dass IntraLogistik-Leistungen zunehmend in Billiglohnländer ausgelagert werden. Hier setzen die Herausforderungen für die künftigen Entwicklungen an. Es muss gelingen, preisgünstige und flexible Systeme zu realisieren, und zwar durch gemeinsame Anstrengungen in den Bereichen Maschinenbau, Steuerung und Software. Nur so kann der Standort Deutschland langfristig wettbewerbsfähig und somit für Anleger attraktiv bleiben.

Nach wie vor spielt jedoch der Mensch eine entscheidende Rolle. Nur wenn es gelingt, die Technik und die Organisation so zu gestalten, dass sie für die Mitarbeiter und für die Führungskräfte transparent sind, können sie einen entscheidenden Beitrag zu mehr Effizienz und Produktivität leisten.

Der Umsatz deutscher IntraLogistik-Anbieter ist 2009 gegenüber dem Vorjahr um 21% von 21,7 auf 17,1 Milliarden Euro gesunken. 2009 war somit kein gutes Jahr für die deutsche IntraLogistik-Branche. Grund für den Rückgang ist im Wesentlichen die Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Prognose für das laufende Jahr ist ebenfalls eher düster. Es wird erneut mit einem Negativwachstum zwischen 10 und 20% gerechnet. Dies wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigungszahlen haben. Voraussichtlich werden ca. 3% der insgesamt ca. 100.000 Stellen wegfallen.

Besonders stark sind die Aufträge aus dem Ausland eingebrochen. Das trifft sowohl die IntraLogistik-Branche im Speziellen, als auch das Exportland Deutschland im Allgemeinen. Lediglich die Volksrepublik China hat 2009 den Umsatz mit deutschen IntraLogistik-Unternehmen um ca. 5% gesteigert.

National haben sich der hohe Automatisierungsgrad und die enorme Effizienz der Systeme etabliert und bewährt - es ist eine gewisse Sätting zu verzeichnen. Die Chancen Deutschlands, weiterhin auf dem Weltmarkt bestehen zu können, liegen immer mehr darin, Innovationen zu entwickeln und diese zu exportieren. Daher muss - neben der immer wichtiger werdenden Nachwuchsförderung - die Ausweitung des internationalen Geschäftes auch für kleine und mittlere Unternehmen das kurz- bis mittelfristige Ziel sein.